Im Sept. 2017 gab Genmyo San, unser Lehrer aus Fukuoka (Japan) Unterricht im Rahmen des Shakuhachifestival Prag. In der Maststerclass haben wir eine Auswahl von Hokyoku vertieft und geübt:

 

Honte Choshi

Chikuzen

Icchoken Koku

 

Vom Ablauf spielten wir immer zu Beginn gemeinsam Robuki (blasen des einen Ton) und Honte Choshi.

 

Danach kam das jeweilige Stück dran das geübt wurde, zunächst gemeinsam und dann Phrase für Phrase jeder nach einander. Es war ein Einzelunterricht in der Gruppe.

 

Auch die Hinweise die Gemyo zu jedem Einzelnem gab waren für die eigene Praxis des Spiels der Shakuhchi hilfreicht. immer steht der Einzelne auch stellvertretend für die anderen, somit lernen wir auch voneinander.

 

Insbesondere wurden Feinheiten in der Spielweise vertieft. Wiederholen von Tönen, Schlagen Schwanken, Bewegungen und Lage der Finger an der Flöte, Bewegungen des Kopft zur Tonmudulation. Nur so kommt der besondere Klang der Fuke Shakuhachi zustande.

 

Wir spielten alle auf 1.8 Shaku Flöten, also kürzer als gewohnt wie im Unterricht. Hierdurch klingen alle Flöten von der Tonlage gleich, was sicherlich das ZuHören erleichterte, da ja immer einmal gespielt wurde und mind. viermal zugehört wurde, wir waren je fünf Schüler in der Masterclass.

 

Bei Chikuzen wurde die Phrase weicher gespielt, denn Gemyo hat einige Änderungen der Überlieferung aktualisiert.

 

Hierdurch wurde "altes Material", wieder völlig mit frischem Geist erfüllt. Ein "Ausruhen " auf Gewohntem war nicht möglich :-)

 

Besonders auch die Fingerabstände oder das Abschatten der Grifflöcher wurde immer wieder geübt, um die richtige Stimmung von der Klangfarben einzuhalten. Es gibt Töne die eigentlich immer tiefer gespielt werden (meri) und Töne die ohne Abschatten mit weit entferntem Finger hoch (kari) gespielt werden.

 

Die Mastercalss war harte Arbeit an der eigenen Praxis. Die Überlieferung der Stücke so dicht an der Vorlage wie möglich zu spielen.

 

An den zwei Tagen die ich in Prag sein konnte besuchte ich die Masterclass bei Genmyo. Sowie einen Workshop den Genmyo gab und die Verbindung von Zanzen und Suizen erläuterte. Wir praktizierten drei Runden  Zazen, dazwischen gab es kurze Erläuterungen zur Praxis. Der Abschluss bildete das spielen von Honte Choshi.

 

Es waren auch Lehrer anderer Schulen in Prag, jeden abend gab es mitunter mehrere Konzerte von trad. und zeitgen. Musik mit den klassischen Instrumenten Shamisen, Koto und Shakuhachi. Auch westliche Instrumente waren vertreten, Kontrabass und Harfe.

 

Fuke Shakuhachi, wie sie Genmyo in der Linie Ichhoken überträgt ist für mich die ursprünglichste, natürlichste Spielweise zur Praxis des SuiZen.

 

Abschliessend noch eine Anmerkung zur Notation, die Genmyo ebenfalls aktualisiert hat!

Für mich als Spieler eine weitere Zusatzaufgabe. Ähnlich wie wenn ich Worte jetzt im kyrillischen Alphabet lesen sollte. Zum Glück waren es nur drei Stücke die in in Prag geübt wurden, die von der alten in die neue Notation umgelernt werden mussten.

 

Zwei volle Arbeitstage - volle Präsenz, volle Konzentration, das Beste versuchen!

 

Danke Genmyo San.